· 

Gothic Style und Clothing

Mehr als schwarze Kleidung und düsteres Makeup

von Redaktion - aktualisiert am 21.07.2021 - 19:24

Fotograf: Marco Gazaneo - Model: Obscura Nocturna Mortifera

Gothic - damit verbinden viele Menschen eine ganze Reihe an Vorurteilen. Schließlich hat das Wort "Goth" einen irgendwie dunklen, mittelalterlichen und mystischen Anklang. Doch was steckt hinter der Subkultur? Woher kommt diese Art der Kleidung und des Stylings? Und was ist so faszinierend daran? Im Folgenden erklären wir dir, was Gothic ausmacht, wie die Szene entstanden ist und wie ihre Anhänger ticken.

Übersicht zum Artikel Gothic Style und Clothing:

  • Was ist die Schwarze Szene?
  • Wie entstand die Gothic-Szene?
  • Was bedeutet es, ein Gothic zu sein?
  • Wie viele Gothic-Arten gibt es?
  • Warum kleiden sich Gothics schwarz?

Gothic Fotograf Marco Gazaneo schießt einzigartige Fotos für TesLaTeX -Fashion-Blog für Goth Fetish Cyber Styles & Clothing

Gothic kristallisierte sich als Subkultur in den 1970er Jahren aus anderen Kulturen heraus und hat - wie viele vom Mainstream abweichenden Kulturen - mit zahlreichen Vorurteilen zu kämpfen. Mit der dominanten Farbe Schwarz grenzen sich Gothics von der breiten Bevölkerung und anderen Szenen ab, außerdem dient die "schwarze Kluft" als Erkennungsmerkmal ihrer Anhänger.


Themen der "Schwarzen Szene" sind der Tod sowie die Vergänglichkeit der Dinge und des Menschen. Aufgrund unterschiedlicher Musikrichtungen teilt sich die Gothic-Szene in mehrere Gruppen auf, deren Anhänger nach außen verschiedene Stile vertreten. So tragen manche Goths mittelalterlich anmutende Kostüme, andere sind Fans des Barock-Stils. Wieder andere sind vergleichsweise schlicht, aber trotzdem größtenteils schwarz gekleidet.

Streben nach Individualität

Was ist die Schwarze Szene?

Beim Wort Gothic fallen dir gleich die Begriffe "düster" und "schaurig" oder auch "traurig" und "sehnsüchtig" ein? Dann liegst du ganz richtig, denn Goths pflegen ihre Faszination für morbide Themen und präsentieren diese deutlich nach außen. Hinter den düsteren Outfits verbirgt sich das Streben nach Individualität und Rebellion - sowie der Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden.

Eine große Rolle spielt in der Szene auch die Selbstinszenierung. Doch Achtung: Hier ist in der Regel nicht das Ziel, depressiven Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Stattdessen legen Goths viel Wert darauf, sich auf ernsthafte, teilweise auch philosophische Art und Weise mit den Kehrseiten des Lebens zu beschäftigen. Darüber hinaus dienen die auffälligen Outfits und das in Schwarz und Weiß gehaltene Makeup der Abgrenzung von der breiten Masse und dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Goths tragen beispielsweise gerne Kleidung, die an die Zeiten des Barock und der Gotik erinnern. Diese sind gekennzeichnet von aufwendigen Zierelementen, Applikationen und Accessoires. Zwar sind die meisten Gothic-Outfits in Schwarz gehalten, trotzdem finden sich in der Szene sehr vielseitige Kostüme, die immer wieder auch mit verschiedenen Farben spielen.

Abweichler des Punk

Wie entstand die Gothic-Szene?

Die Gothic-Szene entstand Ende der 1970er Jahre im Umfeld des Punk (Dark Wave, Independent), wurde von der breiten Öffentlichkeit allerdings erstmals in den 1980er Jahren wahrgenommen. Benannt wurden diese ersten Abweichler nach der Musik, die sie hörten. Diese wich deutlich von anderen Genres ab - und wurde von der Musikpresse als Gothic oder Gothic Rock bezeichnet. Die Fans ahmten den düsteren Stil der Bands nach und begannen, sich mit den Themen Tod und Vergänglichkeit zu beschäftigen.

Neben der einzigartigen Musik ließ sich die Subkultur außerdem von Büchern und Filmen - vor allem alten Horror-Filmen - beeinflussen. So wurden Bezüge zu dem in den Filmen vertretenen Kleidungsstil hergestellt - was zum äußeren Erscheinungsbild der neuen Bewegung beitrug.

Leider ernteten die Gothics in den 1990er Jahren einige negative Schlagzeilen. Das lag an mehreren Morden, die mit der Szene in Verbindung gebracht wurden, weil es sich bei den Tätern um Gothics handelte. Die Massenmedien gaben der Szene die Schuld - und spekulierten, dass die düsteren Themen und die Musik ihre Anhänger negativ beeinflussten.

Mit Beginn der 2000er Jahre entschärfte sich die negative Meinung der Gesellschaft zu großen Teilen. Heute ist Gothic fast ein Modebegriff und dient der Fashion-Industrie als Bezeichnung für dunkle, szenige Kleidung. Unter Mitgliedern der Szene ist die Bezeichnung "Gothic" deshalb in Verruf geraten. Viele kritisieren die Kommerzialisierung des Begriffs und nennen sich deshalb bewusst wieder Grufti oder Waver.

Die Dunkle Seite des Menschseins

Was bedeutet es, ein Gothic zu sein?

Gothics beschäftigen sich mit den verdrängten, den dunklen Seiten des Menschseins - und üben damit auf passive Art und Weise Protest gegen unsere materialistisch geprägte Gesellschaft und Spaßkultur. Am besten spiegelt sich diese auf Negatives hinweisende Rebellion in ihrem äußeren Erscheinen wider.

Die meisten Goths beschäftigen sich zudem mit szeneeigener Kunst, beispielsweise dunkler Poesie und Malerei oder eigener Musik. Teilweise spielen auch religiöse Praktiken und spirituelle Rituale eine Rolle. Viele Goths haben eine Neigung zu Körperschmuck und tragen Piercings oder auffälliges Makeup.

Während die Szene sich in verschiedene Splittergruppen teilt, haben doch alle Strömungen die Beschäftigung mit den Themen Tod, Romantik, Mystik, Kunst und Religion gemeinsam. Beliebt ist das Schwelgen in Fantasiewelten und vergangenen Zeiten. Hinzu kommen philosophische Überlegungen zu tabuisierten Themen, ein besonderes Körpergefühl und der persönliche Rückzug aus der Mainstream-Gesellschaft. Auf diesen Themen gründet sich auch das Gemeinschaftsgefühl der Goths. Allen gemein ist außerdem die Abgrenzung von der breiten Masse und das Betonen der eigenen Individualität.

Dunkelheit, Mystik und Ernsthaftigkeit

Wie viele Gothic-Arten gibt es?

Die Gothic-Szene unterteilt sich musikalisch wie auch modisch in unterschiedliche Strömungen. Je nach Gruppe hören Gothics avantgardistischen Bruitismus, elektronische Popmusik oder aber (Neo-)Klassik und Folk, Punkrock oder Ambient. In den Gothic-Szenen der verschiedenen Länder gibt es zudem zahlreiche lokale Musik- und Modetrends, aber auch unterschiedliche subkulturelle Traditionen.

Typen der Schwarzen Szene im Überblick:

  • Romantic Goth - in Samt und Seide mit ausladenden Kleidern oder im Gehrock
  • Cyber Goth - die Technofans unter den Schwarzgekleideten
  • Classic Goth - Gruftis als "klassische" Variante der Gothics
  • Dark Wave - Urgesteine der 70er und 80er Jahre
  • Batcave - hier erinnert alles an die Wurzeln des Punk
  • Steampunk - Volldampf ins viktorianische Zeitalter
  • Gothic Lolita - dunkler Einfluss aus Japan und Anime
  • Medieval - mittelalterliche Rückbesinnung für Fantasy-Fans

Mittlerweile hat sich die Szene in unzählige Richtungen entwickelt und teilweise miteinander vermischt. Wichtigster Aspekt der Szene, der allen Strömungen gemein ist, ist die Farbe Schwarz. Diese eint zahlreiche Symbolwerte in sich und steht für die der Szene eigene Dunkelheit, Mystik und Ernsthaftigkeit. Außerdem drückt sie den Bezug zu Tod und Trauer sowie Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Leere und Melancholie aus.

Sehr wichtig für die verschiedenen Gothic-Arten sind die entsprechenden Treffen und Festivals. In Leipzig findet in der Pfingstzeit das Wave-Gotik-Treffen statt, in Hildesheim kannst du das M’era Luna und in Trier das Zillo-Festival besuchen. Einmal im Jahr wird in Dresden das Doomsday – The Orcus Festival veranstaltet. Solche Veranstaltungen bieten Gothics Gelegenheit, für einige Zeit in eine andere Welt einzutauchen. Auch die deutsche Mittelalter-Szene mit ihren Märkten und Burgfesten stellt einen Anzugspunkt für Szeneangehörige dar.

Farbe der Trauer

Warum kleiden sich Gothics schwarz?

Die Farbe Schwarz ist das Merkmal der Gothic-Szene. Durch das Styling in (fast) ausschließlich dunklen Farben erkennen sich die Anhänger untereinander sofort und können sich von ihrem Umfeld abgrenzen. In einem echten Gothic-Shop sind deshalb nur Klamotten zu finden, die entweder gänzlich schwarz sind oder nur wenige andere Farben haben. Warum das so ist? Einerseits steht Schwarz für die Ernsthaftigkeit der Szene, anderseits drückt sie Trauer, innere Leere und Melancholie aus. Schließlich gilt in der christlichen Religion Schwarz seit jeher als Farbe der Trauer.

 

Neben den Farben finden sich in einschlägigen Shops auch Materialien und Schnitte, die an den Punk erinnern. So tragen viele Gothics - Frauen wie auch Männer - gerne Strumpfhosen oder Netzhemden, Kleidungsstücke mit Nieten oder Rissen. All diese Elemente zielen darauf ab, das Interesse an der Vergänglichkeit und am Düsteren auszudrücken. Einzelne Details können beispielsweise auch aus der viktorianischen Epoche oder der Renaissance stammen. Teilweise werden Elemente verschiedener Epochen miteinander kombiniert.

Was Accessoires und Schmuckelemente betrifft, lassen sich auch andere Farben als Schwarz kombinieren. Insbesondere Dunkelrot, Violett und Weiß dienen als farbliche Akzente, heben Details und manchmal auch die Farbtöne des Makeups hervor. Teilweise wird hier sogar mit Blüten in verschiedenen Farben gearbeitet. Auf unserer Website für Gothic Clothing und Schuhe findest du Inspiration für dein nächstes Outfit.

Schwarze Kleidung, düsteres Make-up und auffälliger Silberschmuck - das zeichnet das Äußere eines typischen Gothics aus. Dabei unterteilt sich die Szene in zahlreiche Splittergruppen - und drückt diese verschiedenen Zugehörigkeiten über ihre Mode und Musik aus. Ursprünglich in den 1970er Jahren im Umfeld des Punks entstanden, ist die Szene heute sehr vielfältig und steht auf Individualismus. Neben der Beschäftigung mit dem Tod und der Vergänglichkeit des Lebens spielen zum Teil auch Themen wie Spiritualität, Okkultismus und christliche Mystik eine Rolle. Die Szene ist geprägt von ihrer einzigartigen, auffälligen Style, der die Mode verschiedener Epochen miteinander kombiniert.

Credits
Cover - Photo by Marko Blažević on Unsplash

Title - Photo by Marco Gazaneo (Model: Obscura Nocturna Mortifera)

Fokus - Photo by Marco Gazaneo (Model: Morticia-Eve)

Elaborate skull - Photo by Thalia Ruiz on Unsplash

Cyber_fog - Photo by Valery Sysoev on Unsplash

Lonely silhouette in the streets - Photo by Jr Korpa on Unsplash

 

Energizing!


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    DubstepStirbtNie616 (Sonntag, 20 Juni 2021 22:31)

    Krass. Wusste ich jetzt auch noch nicht.

  • #2

    Bloody Angel (Sonntag, 20 Juni 2021 22:44)

    Ich wünscjte, ich könnte mich auch so gut schminken wie die Models vpn Marco Gazaneo *_* total der Hammer! Würde gerne fotos mit ihm machen, aber weis nicht, ob ich gut als Modeln bin :-P

  • #3

    Nothing2see (Freitag, 25 Juni 2021 18:11)

    Goile Pics. Unbedingt ma die Seite anklicken.